Erinnerung an Rudolf Heß

Am heutigen Morgen waren im Landkreis Parchim mehrere Transparente zu sehen, mit welchen offensichtlich an das Schicksal von Rudolf Heß erinnert werden sollte. Die von Unbekannten aufgehängten Banner zeigten Schriftzüge wie „Ein Toter mahnt zur Tat“ oder „RUDOLF HESS – ES WAR MORD“. Das Doppel-S wurde dabei in Sigrunen dargestellt, wodurch eine gesteigerte Aufmerksamkeit in den Lizenzmedien vorprogrammiert sein dürfte. Desweiteren wurde auf eine Internetseite hingewiesen, welche sich mit dem Leben von Heß und der Erinnerung an ihn beschäftigt.

Rudolf Heß war Stellvertreter Adolf Hitlers und flog im Mai 1941 nach England, um dort über den Frieden zu verhandeln. Er wurde verhaftet und verbrachte 46 Jahre bis zu seinem Tod im Gefängnis. Am 17. August 1987 wurde er tot aufgefunden, offiziell soll er Selbstmord begangen haben. Aufgrund von Ungereimtheiten und Merkwürdigkeiten bei seinen Todesumständen glauben Teile der Familie von Heß an einen Mord durch den englischen Geheimdienst Secret Intelligence Service. Großbritannien habe den Selbstmord lediglich vorgetäuscht, um Heß so zu beseitigen. Diese Ansichten wurden von anderen, Heß nahestehenden Personen, wie dessen letztem Pfleger Abdullah Melaouhi und dem ehemaligen Gefängnisdirektor Eugene Bird, geteilt.

Inzwischen ist es aufgrund eines abermals verschärften Volksverhetzungsparagraphen schwierig geworden, über die Person Rudolf Heß zu schreiben. Die eigenen Überzeugungen und Ansichten heute niederzuschreiben, kann morgen schon den Staatsanwalt beschäftigen. Ein grundsätzlicher und ebenso nachdenklicher wie auch lesenswerter Beitrag dazu wurde bereits vorgestern veröffentlicht.  Daher sei an dieser Stelle lediglich auf den Wikipediaeintrag zu Rudolf Heß verwiesen.

Allerdings machen Aktionen wie die heute im Landkreis Parchim aufgehängten Plakate deutlich, daß sich trotz Verbotsgesetzen und Verfolgung durch die Staatsorgane immer noch Menschen finden, die Jahr für Jahr an den Märtyrer Rudolf Heß und sein Schicksal erinnern. Dies wird wohl auch künftig nicht verhindert werden können.


 
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