Der FC Hansa Rostock unterlag Sonnabend Nachmittag am zweiten Spieltag der Drittliga-Serie 2012/13 bei der Spielvereinigung Unterhaching mit 0:3 (0:1). Es war eine völlig gerechtfertigte Niederlage, da Hansa in keiner Phase zu seinem Spiel fand und das Tor der Hausherren nicht einmal in echte Gefahr bringen konnte.
Vor dem Treffen im Stadion am Sportpark zollte Unterhachings Cheftrainer Claus Schromm den Hanseaten und ihrem Trainer Wolfgang Wolf allerhöchsten Respekt: „Für mich ist Rostock der Aufstiegsfavorit. Sie haben einen gestandenen Erstliga-Trainer mit viel Erfahrung“, erklärte Schromm im Gespräch mit dem Münchner Merkur.
Hansa mußte die Reise in den oberbayerischen Landkreis München ohne Mohammed Lartey antreten. Beim offensiven Mittelfeldmann ist die Schambeinverletzung wieder aufgebrochen, an der er schon während eines Großteils der vergangenen Zweitliga-Spielzeit laboriert hatte. Manfred Starke plagt unverändert eine Oberschenkelzerrung. Und bei Innenverteidiger Stephan Gusche ergab die MRT-Untersuchung eine Kapsel-Reizung, wobei er sowie Starke bereits zum Auftakt gegen die Stuttgarter Kickers (2:1) fehlten.
Die Stelle von Lartey im zentralen Mittelfeld besetzte Zugang Julien Humbert (Rot-Weiß Erfurt). Doch gab es noch weitere Veränderungen gegenüber der Startelf der Vorwoche. So agierte Michael Blum statt Denis Berger auf der linken Mittelfeldseite. Lukas Albrecht nahm den Stürmerpart wahr. Dadurch blieb Ondrej Smetana zunächst auf der Bank, was auf Edisson Jordanov ebenso zutraf, für den Johan Plat von Beginn an auflief.
Unterhaching bestimmte die Startphase, ohne das Hansa-Tor auch nur ansatzweise in Gefahr bringen zu können. Hansa hatte dagegen zumindest zwei Möglichkeiten. Gleich in der ersten Minute setzte sich Ken Leemans auf der rechten Seite durch und flankte nach innen. Plat, der sich im Zentrum befand, zeigte sich ob dieser Aktion offensichtlich überrascht, womit bei Haching erst gar keine Alarmstimmung aufkam. Die nächste nennenswerte Aktion folgte nach einer knappen Viertelstunde: Rick Geenen gab die Kugel von rechts herein; Michael Blum stieg zum Kopfball hoch, wurde aber von Daniel Hofstetter erfolgreich gestört.
Hansa unternahm in der Folgezeit dann zu wenig, wirkte im Spiel nach vorn eher behäbig, ja, überließ den Hachingern faktisch die Initiative. Die hatten durch Stephan Thee dann auch die erste große Möglichkeit in einem Spiel, das von drückender Hitze begleitet war (21.). Im Anschluß an eine Ecke erzielte derselbe Akteur dann die völlig verdiente Führung für die Hausherren (36.), die den deutlich frischeren Eindruck hinterließen.
In der Pausenkabine reagierte Hansa-Trainer Wolfgang Wolf. Er brachte Smetana für den völlig blaß gebliebenen Albrecht. Haching verteidigte den knappen Vorsprung tapfer und diszipliniert, konterte schnell und war dem 2:0 deutlich näher als Rostock dem Ausgleich (Großchance für Marius Willsch/66.).
Dann überschlugen sich die Ereignisse: Patrick Wolf sah zunächst die gelbe Karte (70.), beging wenig später ein neuerliches Foul und wurde vom Platz gestellt. Gegen Babelsberg nächste Woche wird er so definitiv fehlen. Ein paar Wimpernschläge nach diesem Tiefschlag markierte der eingewechselte Dominik Rohracker das vorentscheidende 2:0 (78.). Und es kam noch dicker für Hansa: Andreas Voglsammer schoß zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit den dritten Treffer für ein frech aufspielendes Gastgeber-Team.
Für Hansas Verantwortliche bleibt in den kommenden Wochen noch eine Menge zu tun. Die Mannschaft erreichte in Unterhaching nicht einmal das an sich schon miserable Niveau der Auftaktpartie gegen die Stuttgarter Kickers.
SpVgg Unterhaching: Riederer – Schwabl, Hofstetter, Drum, Kappelmaier – Thee, Yilmaz, Welzmüller, Willsch (75. Rohracker)– Niederlechner (62. Voglsammer), Bigalke (84. M. Fischer)
FC Hansa: K. Müller – Geenen (verletzt, 40. Jordanov), Wolf, Holst, Pelzer – Leemans (69. Weilandt) – Mendy, Humbert, Plat, Blum – Albrecht (46. Smetana).
Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart).
Zuchauer: 2.000 (davon die Hälfte Hansa-Fans).
Am kommenden Sonnabend gastiert im Ostseestadion der SV Babelsberg 03.





30. Juli 2012 um 18:53 Uhr
Man möchte ja den Vermerk “unsinkbar seit 1965″ auf der Internetpräsenz des F.C. Hansa Rostock noch halbwegs respektvoll zur Kenntnis nehmen – obwohl die Hansa-Kogge doch eigentlich schon Kurs in Richtung Schiffbruch nimmt.