Hansa: Den Spieß noch umgedreht

Jawohl, der FC Hansa hat zum Auftakt der 3. Liga gegen Neuling Stuttgarter Kickers mit 2:1 (1:1) gewonnen. Doch was heißt schon Neuling. Stellten die richtig gut organisierten Mannen aus Süddeutschland doch eine weitgehend eingespielte Truppe, die nach dem Aufstieg nur punktuell verstärkt wurde. Bei Hansa hingegen gab es nach dem Absturz aus Liga zwo einen deutlichen personellen Umbruch. In der Startformation standen gleich sechs Neue. Entsprechend hörbar knirschte der Sand im spielerischen Getriebe, gibt es für Trainer Wolfgang Wolf und seine Mitstreiter in den kommenden Wochen noch eine Menge zu tun.

Die Partie im Ostseestadion wies zunächst kaum Höhepunkte auf, wobei die Kickers ihre Gegenspieler hauteng markierten und die Räume geschickt zustellten, was dem Favoriten sichtlich unangenehm war. Um tatsächlich einen Weg durch das Stuttgarter Gestrüpp zu finden, waren die Hansa-Aktionen zu durchsichtig angelegt. Auch wirkten die Hausherren in ihren Aktionen meist zu behäbig. Möglicherweise spielte auch eine gehörige Portion an Aufgeregtheit mit.

In der 20. Minute der Schock: Marco Grüttner schob die Kugel nach einer Hereingabe Kai Bastian Evers’ zum 0:1 aus Hansa-Sicht ins Kevin-Müller-Gehäuse. Es handelte sich um die erste gelungene Aktion der Gäste, die den sich bietenden Raum auf Hansas linker Abwehrseite gekonnt zu nutzen verstanden. Und fast hätte der Blitz im Rostocker Kasten erneut eingeschlagen. Doch parierte Müller stark gegen Grüttner (32.). Überhaupt gingen die Gäste infolge der Führung wesentlich frecher zu Werke.

1:1 durch schönen Freistoß von Denis Berger

Was aber tut eine Mannschaft, der aus dem Spiel heraus keine Abschlüsse gelingen? Genau, sie versucht, Freistöße zu provozieren, um durch einen Standard zum Erfolg zu gelangen. Hansa schaffte es, indem Denis Berger mit einem herrlichen Schuß aus 22 Metern den Ausgleich markierte (33.). Fortan ging Hansa deutlich energischer in die Zweikämpfe. Dann die 39. Minute: Kapitän Sebastian Pelzer erreichte mit einem Einwurf Mohammed Lartey, der sich durchwuselte und gemeinsam mit Edisson Jordanov auf das Tor der Stuttgarter zulief. Jérome Gondorf berührte im Strafraum den plötzlich nach links gelaufenen Jordanov. Den fälligen Elfer verschoß Lartey jedoch (Wagner hielt den mittelprächtig getretenen Ball, 40.).

Kurz nach dem Wiederanpfiff gab es zunächst eine Schrecksekunde: Fabio Leutenecker tauchte frei vor Müller auf; Rick Geenen rettete auf der Linie (48.). Hansa wirkte verkrampft und hinterließ auch nicht mehr einen so entschiedenen Eindruck wie noch in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit. Bestraft wurde dies von einer unverändert prima organisierten Stuttgarter Mannschaft mit ihren sehr guten Außenverteidigern Evers und Stadler allerdings nicht.

Johan Plat nach schönem Spielzug zum 2:1

Überdies hat Trainer Wolf noch echte Alternativen auf der Bank sitzen. Eine heißt Johan Plat. Der Niederländer, der sich während der Woche mit einer Halsblessur herumgeplagt hatte, kam nach der Pause für Jordanov aufs Feld. Viel zu sehen war auch von ihm zunächst nicht. Zunächst, denn er sollte an diesem Tag noch seinen großen Auftritt haben: Den schönsten Hansa-Spielzug in dieser Partie schloß er in der 84. Minute nach Berger-Flanke zum 2:1 ab. Den kostbaren Vorsprung verteidigte Rostock durch konsequentes Herausschlagen der Bälle bis zum Abpfiff.

FC Hansa: K. Müller – Geenen (verletzt/67. Zolinski), Wolf, Holst, Pelzer – Leemans – Jordanov (46. Plat), Mendy, Lartey, Berger – Smetana (74. Albrecht).

Stuttgarter Kickers: Wagner – Evers, Fennell, Leist, Stadler – Gondorf (88. Jatta), Braun – Leutenecker, Marchese (57. Alvarez), Savranlioglu (65. Dicklhuber)– Grüttner.

Schiedsrichter: Bandurski (Oberhausen).

Zuschauer: 13.700.

Am nächsten Sonnabend ist Hansa zu Gast bei der SpVgg Unterhaching.


 
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