Greifswald. Die Abbestellung der marxistischen Zeitung „Junge Welt“ durch die Stadtbibliothek bringt die Linkspartei in der Bürgerschaft auf die Palme. Erbost wetterte Linke-Fraktionsmitglied Rudi Duschek über „Pressezensur übelster Sorte“.
Dabei ist die Abbestellung der „Jungen Welt“ längst überfällig, schließlich braucht linksextremistische Propaganda* nicht noch aus dem öffentlichen Haushalt finanziert werden. Bibliotheksleiterin Angelika Spiecker handelte also durchaus konsequent und begründete die Kündigung des Abos damit, daß die Zeitung eine extremistische Position vertrete und wohlwollend über Terrororganisationen berichte.
Darüberhinaus kann in diesem Fall von einer Pressezensur gar keine Rede sein. Schließlich kann die „Junge Welt“ (Auflage: 12.000) nach wie vor frei im Handel erworben werden. Würde es der Linkspartei tatsächlich um Meinungsfreiheit und eine ausgewogene Berichterstattung gehen, müsste sie im Umkehrschluss auch der Aufnahme nationaler Publizistik (z. B. Deutsche Stimme) in den Bibliotheksbestand zustimmen.
Da die Linkspartei auf der anderen Seite jedoch vorbehaltlos Kampagnen gegen nationale Zeitungen unterstützt**, offenbart sich an dieser Stelle ein ums andere Mal die verlogene Janusköpfigkeit der SED-Erben.
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* Die „Junge Welt“ wird vom Verfassungsschutz als linksextrem eingestuft.
** Mehrere Landesverbände der Linksjugend unterzeichneten den Aufruf der Kampagne „Let’s push things forward“, die sich gegen den Verkauf „rechter“ Zeitungen im Einzelhandel richtet.
Verweis:
- Linke wirft Stadtbibliothek Zensur vor (OZ, 02.07.12)





3. Juli 2012 um 13:58 Uhr
Wer sich gegen einen weiteren Vertrieb dieser Zeitung in der Greifswalder Stadtbibliothek ist, kann hier auch mit Nein stimmen!
http://www.ostsee-zeitung.de/greifswald/index.phtml