Die derzeitige Praxis der staatlichen Finanzierung jüdischer Institutionen in Deutschland macht es schwer, althergebrachte, antisemitische Vorurteile zu vergessen. Aktuell kann sich der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern wieder über eine schrittweise Anhebung der jährlichen Bezüge von aktuell 355.000 Euro auf 400.000 Euro bis 2016 freuen.
Der Grund liegt in einer zeitgemäßen Überprüfung des Kirchenvertrages zwischen dem Land Mecklenburg-Vorpommern und dem Landesverband, der im Jahr 1996 in Kraft trat. Faktisch bedeutet eine derartige „Anpassung“ stets die Erhöhung der Zuweisungen aus dem Staatssäckel.
Voller Stolz verkündete Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) den Abschluß der Verhandlungen:
„Es ist ein großer Erfolg, dass es trotz der ehrgeizigen Sparziele in der Haushaltsplanung gelungen ist, die Staatsleistungen für den Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Rostock und Schwerin […] zu erhöhen. Und dies hat einen guten Grund: Die zwei jüdischen Gemeinden bereichern in besonderem Maße durch ihr aktives Gemeindeleben das religiöse und kulturelle Leben in Mecklenburg-Vorpommern.”
Im Klartext: während allerorts Ausgaben zusammengestrichen werden, können sich die beiden jüdischen Gemeinden mit gerade einmal 1.730 Mitgliedern auch fortan über saftige Zuschüsse in Millionenhöhe erfreuen. Mehr noch, diese werden sogar erhöht!
Dabei handelt es sich ohnehin nur um die Spitze des Eisberges. Es folgen indirekte Zuweisungen: beispielsweise an das Jüdische Theater in Rostock, welches im Gegensatz zur sonstigen Kunst- und Theaterlandschaft von drastischen Einschnitten verschont bleibt.
Der Fraktionsvorsitzende der Opposition, Udo Pastörs (NPD), kritisierte dieses Vorhaben bereits während der Haushaltsdebatte. In der Landtagssitzung vom 20. Juni sagte er:
„Die Jüdische Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern bekam im Jahr 2006 nicht weniger als 325.000 Euro „cash“ auf den Tisch […] – finanziert aus dem Portemonnaie des Kleinen Mannes. Wenn Sie berücksichtigen, daß […] die evangelisch-reformierte Kirche nur 36.000 Euro jährlich erhält, lohnt es sich wahrlich, in Mecklenburg und Vorpommern Jude zu sein. “
Nach diesen offenen Worten kassierte Pastörs seinen dritten Ordnungsruf und damit einen weiteren Wortentzug. 67 Jahre nach Kriegsende gilt auch die leiseste Kritik an exorbitanten Finanzmitteln, die jüdischen Interessen zu Gute kommen, noch als Sakrileg und eine sachlich-nüchterne Betrachtung ist nicht erwünscht.
Verweis:
- Verhandlungen mit dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden (MVPO, 29.06.12)





1. Juli 2012 um 16:46 Uhr
@Yehudit schon mal vorne weg …. tja da kann man wirklich nur zustimmen das man so Antisemitismus schürt, kannst du dich gerne mal bei Frau Kuder und Co bedanken
1. Juli 2012 um 18:17 Uhr
Man kann auch Jude und Deutscher sein, so wie es auch deutsche Christen gibt. Wird ihnen das Deutschsein abgesprochen?Nein! Dem Juden schon!
1. Juli 2012 um 19:17 Uhr
Zitat: (Kuder, CDU)
“Die zwei jüdischen Gemeinden bereichern in besonderem Maße durch ihr
aktives Gemeindeleben das religiöse und kulturelle Leben in Mecklenburg-
Vorpommern.”
*
Ob die Ku – äh – Kuder von der CDU das selber glaubt ?
Als normaler Mensch, Deutscher und gewöhnlicher Bürger in MV könnte
und würde ich gut und gerne auch auf diese Art von “Kulturbereicherung”
verzichten!
1. Juli 2012 um 19:31 Uhr
Man kann auf dem Standpunkt stehen, dass nach 67 Jahren endlich einmal ein Schlussstrich gezogen werden muss und die Sonderfinanzierungen jüdischer Einrichtungen aufhören müssen.
Das würde aber nach meinem Rechtsempfinden voraussetzen, dass mindestens alle Werte erstattet sind, die Juden in der Zeit des dritten Reiches geraubt wurden.
Ich denke, diese Variante würde den Steuerzahler teurer kommen, dies dürfte jedem deutlich werden, wenn er weiß, dass es 1933 alleine rund 3000 Synagogen bei rund 600000 Juden in Deutschland gab. Heute sind es ca. 100 Synagogen bei 104000 Juden, Damals hatten also im Durchschnitt 200 Juden eine Synagoge, heute kommen auf eine 1000 Gemeindemitglieder, niemand kann also behaupten, dass diese unverschämte und nicht berechtigte Forderungen stellen.
Um auch noch einen Vergleich mit den beiden großen christlichen Kirchen anzustellen: Diese beziehen neben der Kirchensteuer auch erhebliche sog. “Staatsleistungen”. Alleine an Zuschüssen für die Personalkosten bekommen die Kirchen derzeit jährlich 442 Millionen Euro. Die Staatsleistungen stellen übrigens Entschädigungsleistungen für Enteignungen von Kirchenvermögen dar, die hauptsächlich zwischen 1648 und 1803 stattfanden, also nicht vor 67 Jahren wie im Fall der jüdischen Synagogen, sondern vor 99 bis 364 Jahren.
Herr Pastörs kann sich also eigentlich im Landtag ganz ruhig zurücklehnen und braucht wegen dieses Themas keinen weiteren Ordnungsruf zu riskieren.
Ich bin ein Mensch mit einer lupenreinen nationalen Gesinnung, zu der ich jederzeit stehe.
Es ärgert mich maßlos, wenn durch Leute wie Udo Pastörs auf mich und andere national denkende Menschen der Anschein einer antisemitischen Grundhaltung fällt.
1. Juli 2012 um 21:21 Uhr
@Yehudit Bracha Bachman Ben Chajim
“Staatsbürger kann nur sein, [...]”
Blogwart: Strafgesetze beachten!
1. Juli 2012 um 22:56 Uhr
@Du weißt schon wer. Also mir haben jüdische Mitschüler einst beigebracht, das sie sich als eigenes Volk sehen und nicht nur als Religion. Später las ich das dann auch von vielen andern vertretern, besonders wenn es darum ging was man doch im Laufe der Geschichte dem Jüdischem Volk angetan hätte.
Ergo kann ich deine Aussage nicht nachvollziehen.
1. Juli 2012 um 23:13 Uhr
Ganz ehrlich, wieso bekommen solche Einrichtungen Kohle und das aus der Kasse des Steuerzahlers? Mir ist es völlig egal was damals war, ich lebe heute und jetzt. Solange die blöden Spinner im Bundestag sich wieder mit der Faschismuskeule knechten lassen wird es nie enden. Es muß erst wieder etwas schlimmes passieren. Bestes Beispiel nach dem 1.Weltkrieg, was für Parteien sind stark gewesen? Genau die falschen! Und das wird wieder kommen, ob früher oder später.
Wie jemand schon oben schrieb genauso wird Antisemitismus gefördert.
Ob die das Stadtbild verschönern? Was für eine blöde Frage, da tun selbst die Moslems mehr als die paar Juden…
Ich kann den Herr Pästors ganz gut verstehen.
2. Juli 2012 um 08:55 Uhr
“Staatsbürger kann nur sein, [...]”
Blogwart: Strafgesetze beachten!
Ich hab für einen Moment an die Meinungsfreiheit geglaubt. Verzeiht meine Dummheit!
2. Juli 2012 um 12:01 Uhr
Ich habe, 1956, niemals einen Menschen getötet, auch keinem Juden Leid zugefügt. Was habe ich mit deren “bereicherndem kulturellem Leben” zu tun? Nichts – es interessiert mich nicht, auch was die in ihrer Synago treiben (die natürlich auch vom Deutschen Steuerzahler finanziert werden!) Herr Pastörs hat völlig Recht, man muss auch mal über finanzielle Einschneidungen für das “auserwählte Volk” sprechen – die sind ja selber mit -schneidungen jeglicher Art nicht zimperlich
2. Juli 2012 um 13:04 Uhr
@ R. Rybarschyk
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Sehr gut geschrieben, nur leider ganz genauso wie die kritisierte Variante leider nur die halbe Wahrheit.
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Wenn man hier schon historische Wahrheiten ausspricht, sollte man aber auch alles sagen, auch wenn das bei diesem Thema extrem schwierig ist. Eine halbe Halbwahrheit ist auch nicht mehr wert als eine ganze Lüge.
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Um das einmal ganz vorsichtig auszudrücken und ohne dass ich ein Kriegsverbrechen des zweiten Weltkriegs schön reden will, so muss ich doch damit rechnen, dass mein Volk Schaden nimmt, wenn ich einem anderen Volk den Krieg erkläre. Für mich war es übrigens einer der schlimmsten Fehler der Deutschen, dass sie die Kriegserklärung der Zionisten im Namen „aller Juden der Welt“ überhaupt als solche angenommen haben und damit die Zionisten, die bis dahin nur ein kleiner Haufen religiöser Fanatiker waren, völlig aufwerteten.
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Bis zur Reichskristallnacht am 9. November 1938 war Deutschland sogar sehr bemüht sich nicht mit den Zionisten und den Westmächten anzulegen und es gab trotz Kriegserklärung der Zionisten gegen Deutschland etliche Aussiedlungsprogramme, in denen man die Rechte der Juden weitestgehend beachtete. Dazu sollte man nicht nur in die oft gefälschten Geschichtsbücher schauen, sondern auch mal die jüngste deutsche Geschichte betrachten, wo die BRD-Justiz über die Rückgabeansprüche vermeintlich vertriebener Juden entschieden hat. Das bildet mitunter einen sehr krassen Gegensatz.
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Was dann zur massenhaften Deportation und Ermordung der Juden geführt hat, das wäre dann das nächste Thema und es gehört ganz bestimmt nicht zu den schönsten Kapiteln der Deutschen Geschichte, da hast du Recht.
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Dennoch haben die Deutschen über Jahrhunderte nicht nur mit den Juden, sondern auch mit Polen, Tschechen, Slowaken, Rumänen, Bulgaren, Ungarn, Letten, Litauern usw. zusammen gelebt und Osteuropa zwischen Krakau und Lemberg, zwischen Riga und Königsstadt usw. aufgebaut. Und wenn es jemals zur Aussöhnung zwischen all diesen Völkern kommen soll, dann fängt das damit an, indem man aufhört die Geschichtsbücher zu fälschen.
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Man muss heute nur mal nach Syrien und in den Iran schauen, mit welchen Mitteln dort von den Westmächten und Israel um „Demokratie“ gekämpft wird. Das sind genau dieselben Methoden und Mechanismen, die von 1933 bis 1939 gegen Deutschland abliefen und die Propaganda gleicht dem bis auf´s Haar.
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Ich weiß auch gar nicht, wo du deine Zahlen her hast!?
Zitat: „Insgesamt sank ihre Zahl trotz Zuwanderung von Ostjuden ins Reich aber von gut 615.000 (1910) über ca. 560.000 (1925) auf ca. 500.000 (1933).“ Obendrein gab es 1933 in Deutschland ganz genau 2.295 Synagogen und nicht ca. 3.000 wie von dir angegeben. Du findest jede einzelne hier aufgelistet: http://cad-cook.architektur.tu-darmstadt.de/synagogen/main.php?SYN=f3827676e086e0088b8d863bd8000edf&start=2280&page=Suchen&mode=
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Obendrein hast Du den Sinn der Kritik nicht ganz verstanden. Es geht hier nicht um die Zuwendungen oder Entschädigungen des Staates an irgendwelche Pfaffen und Popen, sondern um die finanzielle Unterstützung von Religionsgemeinschaften in Meck-Pomm durch die Landesregierung und da scheint ja nun wirklich ein extremes Ungleichgewicht zu herrschen, zumal auch etliche christliche Kirchen in diesem „schönsten Bundesland“ der Welt regelrecht vergammeln, weil kein Geld da ist.
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Obendrein kann ich es nun gar nicht verstehen, dass du dafür plädierst, dass, wenn die einen unrechtmäßige Zuwendungen erhalten, diese dann auch anderen zustehen würden. Ich glaube mit diesen Ansichten wärst du besser bei den GRÜNEN aufgehoben, die auch nicht für die Abschaffung dieser Ungerechtigkeit plädieren , sondern dafür, dass alle die, die keine Kirchensteuer zahlen, mit einer Art Kulturabgabe an die Kirchen belegt werden sollen. Ersatzweise ginge aber auch eine „Judensteuer“, „Moslemsteuer“, „Orthodoxensteuer“, „Jehovasteuer“, „Buddasteuer“ usw., na eben für alle in Deutschland lebenden Religionsgemeinschaften.
Du solltest deine Vorstellungen über gerechte Religionsabgaben mal Herrn Schäuble schicken, ich denke, der findet das Klasse. Und vergiss dabei die Hutus und Scientologen nicht, denn auch die gehören inzwischen zu Deutschland wie der Islam!
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Wo ich dir allerdings voll und ganz beipflichten möchte ist das Licht, in das Nationalisten durch ihre eigenen Vertreter oft gestellt werden. Wenn Herr Pastörs manchmal los legt, macht er es den demokratischen Fraktionen wirklich sehr leicht, dass die alle nationalistischen Kräfte in die faschistische und rassistische Ecke stellen können. Was er hier zu diesen Problemen gesagt hat, das ist zwar sachlich gerechtfertigt, wie er es gesagt hat, das finde ich allerdings auch unmöglich.
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Gleiches geht an die Redaktion hier, die mich auch oft zu Recht kritisiert und gekürzt hat. Diese Überschrift „Mehr Geld für Juden“ geht ja schon mal gar nicht.
Das ist Öl auf die Lampe aller demokratischen Volksvertreter, Systemjuristen, Mainstream-Schreiberlinge und erstrecht auf die des Plüschstorches.
Ihr wisst ganz genau, dass die sich hier nur Wortfetzen raus suchen um euch zu zitieren…. nach dem Motto, seht her, wie die Nazis wieder gegen die Juden wettern.
Einen etwas sensibleren Umgang mit der Geschichte wäre auch euch zu raten, denn es geht in diesem Beitrag ja gar nicht gegen die Juden, wie die Überschrift vermuten lässt, sondern gegen eine Ungleichbehandlung der Religionsgemeinschaften durch die Landesregierung.
Das sollte man auch bereits an der Überschrift erkennen.
Also dafür von mir ´ne glatte 6.
2. Juli 2012 um 19:35 Uhr
@ R. Rybarschyk
Zitat:
“Damals hatten also im Durchschnitt 200 Juden eine Synagoge, heute
kommen auf eine 1000 Gemeindemitglieder, niemand kann also
behaupten, dass diese unverschämte und nicht berechtigte Forderungen
stelllen:”
*
Klar doch, so kann’s nicht weitergehen, da muss bald was geschehen.
Na ja, schließlich sind für sowas doch dIe deutschen Steuerzahler da!
(Vorsicht, Ironie dahei!)
3. Juli 2012 um 01:05 Uhr
@ R. Rybarschyk
und außerdem…
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Zitat:
“Damals hatten also im Durchschnitt 200 Juden eine Synagoge, heute
kommen auf eine 1000 Gemeindemitglieder….”
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Diese Synagogen wurden auch von den jüdischen Gemeinen selbst gebaut, so wie die meisten Kirchen der Christen auch von den Gläubigen selbst errichtet wurden….
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Heute verspekulieren die Goldmann und Sachs oder Rothschilds und Rockefeller lieber ihre Kohle an der Börse und legen sich riesige Atomwaffenarsenale an…. also, wenn sie dann kein Geld mehr für Ihren Glauben haben, frage ich mich, was daran berechtigt sein soll, zu verlangen dass andere Völker ihre Gottestempel bauen?.
3. Juli 2012 um 19:39 Uhr
@ R. Rybarschyk
Zitat:
“Ich bin ein Mensch mit einer lupenreinen nationalen Gesinnung. zu der
ich auch jederzeit stehe.”.
*
Ich habe hier (bei MUPINFO) einiges von Ihnen gelesen was mich als
alten und “(r)echten” Deutschen schon wundert. Zum Beispiel und unter
anderem das von oder mit der “lupenreinen nationalen Gesinnung”, zu
der Sie auch “jederzeit stehen”: Obwohl ich viele (zumeist freie) Natio-
nalisten ziemlich gut kenne, von “lupenreinen” weß ich wirklich nicht.
Wo und wie konnten Sie das werden, sind es geworden? Wenn Sie das
hier (bei MUPINFO) mal beschreIben würden, wäre ich (und wohl nicht
nur) Ihnen wirklich dankbar.
(Vorsicht, ein wenig Ironie ist wohl dabei!)
4. Juli 2012 um 08:31 Uhr
Offenbar habe ich mich hier partiell unverständlich geäußert und ernte daher teilweise berechtigte Kritik.
Zur Klarstellung:
Ich bin gegen die derzeitige Staatsfinanzierung von Religionsgemeinschaften und wollte lediglich aufzeigen, wie diese historisch entstanden sind und das in ein Verhältnis mit der jüdischen Gemeinde setzen.
Am Beispiel der katholischen Kirche läßt es sich am besten zeigen, wo die Problematik liegt.
Die katholische Kirche wird mit den Staatsleistungen für lange zurückliegende Enteignungen entschädigt. Das wäre zunächst ja noch in Ordnung. Wenn man nun aber prüft, woher ein großer Teil der Werte kommt, die damals enteignet wurden, dann sieht man, dass es Gelder sind, die z. B. mit Ablassbriefen ertrogen, oder schlicht mit Gewalt erpresst wurden.
Solche Werte müsste die Kirche eigentlich den Geschädigten bzw. ihren Erben zurückgeben. Da nicht mehr feststellbar sein dürfte, wen die Kirche vor mehreren 100 Jahren erleichtert hat, funktioniert das natürlich nicht. In dem Fall kann nach meinem Rechtsempfinden der Staat das Geld enteignen und für die Allgemeinheit einsetzen.
Auch die Tatsache, dass der Staat für die Kirchen Kirchensteuer einzieht ist in meinen Augen zumindest grenzwertig.
Einerseits kann natürlich jeder aus der Kirche austreten, dem das nicht gefällt.
Andererseits benachteiligt diese Regelung andere Religionsgemeinschaften, was meiner Meinung nach nicht sein dürfte, denn mit welcher Begründung wird für die orthodoxe Kirche keine Kirchensteuer eingezogen, warum für die Freikirchen nicht?
Letztlich müsste also ausnahmslos jede Religionsgemeinschaft Beiträge vom Staat einziehen lassen können..,. wie hier jemand ganz richtig festgestellt hat auch Scientology, Buddhisten, Moslems und, und, und…
Das kann nicht die Aufgabe des Staates sein, schon garnicht wenn man bedenkt, dass einige dieser Religionsgemeinschaften klar verfassungsfeindliche Ziele verfolgen und den Staat am liebsten sofort abschaffen möchten.
Wenn nun der Staat Leistungen an jüdische Gemeinden auskehrt, ist das nocheinmal ein anderes Thema.
Es ist m.E. nicht so wichtig, ob es 1933 2295 oder 3000 Synagogen gab,, die den Gemeinden vom Staat geraubt wurden, das ließe sich ja klären. Vielleicht ist meine Quelle da nicht i.O..
Tatsache ist, dass es recht viele waren und den Gemeinden dafür nach meinem Rechtsverständnis Entschädigungen zustehen.
Ich bin allerdings auch der Meinung, dass das Thema der Entschädigung der Juden irgendwann abgeschlossen werden muss.
Wie der Staat das möglichst gerecht tut, weiß ich nicht, da muss er sich etwas einfallen lassen.
Es ist ja verhältnismäßig einfach Entschädigungen festzulegen, wenn man Täter, Opfer und Schadenshöhe kennt.
Hier geht es allerdings eben nicht um solche individuellen Entschädigungen, es geht darum, dass “der Staat” Entschädigungen an “die Juden” leisten muss.
“Der Staat” repräsentiert heute aber ganz überwiegend Menschen, die mit den Verbrechen im dritten Reich nichts zu tun haben und die von denen auch nie profitiert haben und sie nicht billigen.
“Die Juden” sind im Fall z.B. der Gemeinde in MV auch zumeist wohl keine direkt geschädigten Menschen, teilweise vielleicht nichtmal deren Erben.
Es ist also eine sehr schwierige Aufgabe, die da beim Thema Entschädigungen zu bewältigen ist.
Ein Wort möchte ich hier aber direkt an “Nazi Wähler” richten, von dem dieses Zitat stammt:
“Bis zur Reichskristallnacht am 9. November 1938 war Deutschland sogar sehr bemüht sich nicht mit den Zionisten und den Westmächten anzulegen und es gab trotz Kriegserklärung der Zionisten gegen Deutschland etliche Aussiedlungsprogramme, in denen man die Rechte der Juden weitestgehend beachtete”
Auch wenn es so etwas wie eine “Kriegserklärung der Zionisten” an Deutschland gegeben hat (das wäre nochmal ein Sonderthema) kann man doch nicht die in Deutschland lebenden Juden hierfür verantwortlich machen.
Mit welcher Begründung könnte man Menschen aussiedeln, weil sie jüdischen Glaubens oder jüdischer Abstammung sind und dabei behaupten, man habe damit “deren Rechte weitgehend beachtet”?
Man sollte m.E. sehr sorgfältig darauf achten verschiedene Dinge nicht zu vermischen und damit dann zu falschen Ergebnissen zu kommen.
Zionismus ist schlecht, wie das Meiste, was mit “ismus” endet und darf nicht unterstützt werden.
Ich meine auch, dass Deutschland die derzeitige Politik des Staates Israel keinesfalls dulden dürfte.
Dass wir grade U-Boote liefern, die als Atomwaffenträger nutzbar sind, ist schlimm.
Aber das alles hat wohl mit Zionismus und israelischer Politik zu tun, nichts mit dem jüdischen Glauben oder gar der Abstammung.
4. Juli 2012 um 12:04 Uhr
@ R. Rybarschyk
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Was den deine letzten beiden Absätze betrifft, da stimme ich dir voll und ganz zu.
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Noch einmal zu deinen Quellen, was du nicht für so wichtig hältst. Du scheibst hier auf MUPINFO und von der Polizei über die Staatsanwaltschaft, den Verfassungsschutz, sämtlich Mainstreammedien bis hin zu Staatsschutz liest hier jeder mit und wenn Du dich zum Thema „Juden“ hier äußerst, dann stehst du eh schon mit einem halben Bein im Knast. Deshalb kann ich Dir persönlich nur raten, alle Quellen auf Richtigkeit zu prüfen und vor allem darauf, dass sie nicht mit „rechten“ Gesinnungen in Zusammenhang zu bringen sind.
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Was die Zahl der Synagogen in Deutschland 1933 betrifft, wäre noch zu beachten, dass fast zwei Drittel davon auf den Territorien befanden, die Deutschland nach den beiden verlorenen Kriegen weggenommen wurden, so dass Du auf dem Territorium der heutigen BRD auf weniger als 1.000 kommen müsstest, von denen hier eigentlich die Rede sein dürfte. Die meisten deutschen Juden lebten in den Provinzen Pommern und Posen, das sollte bekannt sein.
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Zitat: „Auch wenn es so etwas wie eine “Kriegserklärung der Zionisten” an Deutschland gegeben hat (das wäre nochmal ein Sonderthema) kann man doch nicht die in Deutschland lebenden Juden hierfür verantwortlich machen.“
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Stimmt! Aber ich hatte auch bereits mehrfach hier geschrieben, dass ich das für den schlimmsten Fehler der Deutschen damals hielt und ihren eigentlichen Beitrag am Zustandekommen des zweiten Weltkrieges.
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Zitat: „Mit welcher Begründung könnte man Menschen aussiedeln, weil sie jüdischen Glaubens oder jüdischer Abstammung sind und dabei behaupten, man habe damit “deren Rechte weitgehend beachtet”?“
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Das sollte man dann einmal vor dem Hintergrund sehen, dass die Deutschen den Juden die Schuld am verlorenen 1. Weltkrieg gaben, indem die Zionisten für den Eintritt der USA in diesen Krieg gesorgt haben, nachdem Frankreich und England bereits besiegt waren.
Des Weiteren wurde Deutschland gleich nach der Wahl Adolf Hitlers von den Zionisten im Namen der „jüdischen Weltbevölkerung“ der Krieg erklärt, es gab weltweit Boykottaufrufe gegen deutsche Waren und es wurden Embargos durchgesetzt. Es gibt nicht nur die Bilder „Kauft nicht beim Juden!“, sondern auch „Kauft nicht made in Germany!“ Im Internet findest du beide Seiten und meist sogar in weitestgehend neutralen Quellen.
Kurzum, zwischen Deutschland und „den Juden der Welt“ herrschte seit 1933 Krieg. Ohne jede Wertung, wer nun tatsächlich die Hauptschuld daran trägt, kann man wohl sagen, dass die Vertreibung der Juden aus Deutschland bis 1938 vor diesem Hintergrund „weitestgehend unter Wahrung der Rechte“ der Juden stattfand.
Das kannst du in allen möglichen Quellen nachlesen, auch hier im Internet, auf bestimmt nicht rechtsradikalen und gut zensierten Seiten wie wikipedia.
Und damit habe ich auch nicht das Unrecht schön geredet, dass den Juden dann angetan wurde …und den Polen …und den Russen …und den Letten …und …und …und …und auch sehr, sehr vielen Deutschen.
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Ich weigere mich aber nach wie vor dieses Spiel mit zu spielen, „Guter Mörder, schlechter Mörder“ auch nicht in der abgewandelten Variante „Gutes Opfer, schlechtes Opfer“.
Also erkläre mir bitte, warum die jüdischen Opfer des zweiten Weltkriegs gegenüber allen anderen Opfern bevorzugt behandelt werden müssen!
Damit habe ich es auf den Punkt gebracht, worum es hier im Grunde eigentlich geht und bin auf deine Antwort sehr gespannt.
4. Juli 2012 um 19:01 Uhr
@ Rybarschyk
Zitat:
“Offenbar habe ich mich hier . . . ”
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Das liest sich alles wirklich gut! Ein sehr guter Kommentar, so meine ich.
Nichts darin, dem ich nicht zustimmen kann.
Offenbar habe ich Sie falsch eingeschätzt – Entschuldigung!
5. Juli 2012 um 10:03 Uhr
Zum Thema Zionismus kann ich nur eines sagen, jeder Jude ist Zionist im Herzen, weil jeder Jude Jerusalem liebt und das ist der Hauptsinn im Zionismus, alles andere ist Missbrauch des Namens: Zionismus, egal von wem!
6. Juli 2012 um 01:10 Uhr
@ “Nazi-Wähler”:
Natürlich differenziere ich nicht nach Opfern erster und zweiter Klässe, ich weiß auch nicht, aus welchem Teil meines Kommentars der Eindruck entstanden ist.
Das dritte Reich hat eine Vielzahl an Opfern gekostet, alle Opfer sind zu bedauern und möglichst zu entschädigen.
Die Chance der Entschädigung ist natürlich bei den meisten verpasst worden.
Wenn man an Opfer aus der Zeit zwischen 1933 und 1945 denkt, fallen den allermeisten Menschen zuerst die Juden ein, auf der Seite der Täter sofort “die Deutschen”.
[...] *
Die Deutschen Juden waren ganz überwiegend lange und bestens integriert, ein guter Teil hat nicht anders gelebt als der größte Teil der Deutschstämmigen Bevölkerung.
Die Juden, die zu der Zeit bereits in Deutschland lebten, haben, wie alle anderen Einwohner des Reiches, am ersten Weltkrieg teilgenommen.
Sie sind ab 1933 verfolgt und ermordet worden, ohne dass es hierfür einen Grund, ausser ihrer Abstammung , gegeben hat.
Trotzdem gibt es auch andere Opfergruppen, die sogar zahlenmäßig ganz erheblich sind.
Wir müssen auch nicht lange suchen, um die zu finden.
In Deutschland gab es rund 3,5 Millionen Kriegsopfer unter der Zivilbevölkerung. Der größte Teil dieser Zivilisten ist dem Bombenkrieg von Engländern und Amerikanern zum Opfer gefallen.
Engländer und Amerikaner haben bewußt und geplant Deutsche Städte bomardiert und ausgelöscht, es war erklärtes Ziel die Zivilbevölkerung zu treffen.
Die Tötung der Zivilbevölkerung stellt ein Kriegsverbrechen riesigen Ausmaßes dar und ist ein vielfacher Mord, auch wenn Deutschland es zuvor nicht besser gemacht hatte.
Leider wird immer noch so getan, als hätten alle Deutschen selber Schuld, weil sie schließlich den Krieg gegen alle Welt begonnen und geführt haben.
Nach meiner Auffassung ist diese Einstellung falsch.
Die Deutsche Mutter mit ihren kleinen Kindern, die irgendwo während eines Bombenangriffs auf eine Deutsche Stadt in einem Keller verschüttet worden ist, die alten Leute, die in ihrer Wohnung verbrannt sind, das junge Mädchen, das mit seinem Handwagen auf der Landstraße war, als die Tiefflieger kamen, sie alle haben den Krieg nicht geführt und nicht gewollt. Es sind Opfer.
Es sind auch nicht etwa die Opfer des nationalsozialistischen Systems, auch wenn das zweifellos für den Kriegsausbruch verantwortlich ist.
Die Deutsche Zivilbevölkerung wurde ganz klar ein Opfer der alliierten Bomberpiloten und von deren Auftraggebern.
Ob ein Mensch Täter ist, hängt nur davon ab, wie er selber handelt.
Täter ist man nicht, nur weil man Deutscher ist.
Täter ist man aber auch nicht, weil man Amerikaner oder Engländer oder Jude ist.
Entscheidend ist die individuelle Schuld, nicht die Volkszugehörigkeit oder die Abstammung.
Es ist nicht meine Gesschichtssicht, aber gehen wir nun einfach mal davon aus, es habe eine sog. “jüdische Weltverschwörung” gegeben.
Wie hätte die dann ausgesehen?
Nach allem, was ich bisher darüber erfahren habe, haben sich bei dieser Verschwörung Angehörige des jüdischen Großkapitals zusammengetan, um die Weltherrschaft zu übernehmen.
Diese haben auf die Regierungen ihrer Länder eingewirkt und dafür gesorgt, dass diese Deutschland einen Krieg aufzwingen. Deutschland musste sich wehren, indem dort die jüdische Bevölkerung vernichtet wurde.
Selbst wenn das so zutrifft, was konnte der normale jüdische Bürger dafür…egal ob er in den USA oder Deutschland gelebt hat?
Nichts.
Ich gehe ja auch davon aus, dass ganz viele Kriege im Interesse des Großkapitals geführt wurden und werden.
Wenn Amerika in den Irak einfällt, dann hat das doch nichts damit zu tun, dass die freie Welt einen bösen Diktator ablösen und die Demokratie bringen will.
Es ging einzig und allein darum, dass dieser arabische Diktator offenbar eigenmächtig seine Tabletten abgesetzt hatte und plötzlich anfing Entscheidungen gegen die Interessen der amerikanischen Ölindustrie zu treffen.
Es gibt mehrere Industrien, die ein vitales Interesse an Konflikten und Kriegen in aller Welt haben.
Die Ölbranche muss vermeiden, dass sich die größten Förderländer zusammentun und plötzlich die Preise bestimmen wollen.
Die Rüstungsindustrie ist darauf angewiesen, dass die gelieferten Waffen auch mal verbraucht werden, damit Neubestellungen eingehen.
Andere Industrien befassen sich mit dem Wiederaufbau in Kriegsgebieten und es gibt noch massenhaft andere Profiteure, bis hin zu den Betreibern der modernen Söldnerarmeen wie Blackwater & Co.
Kriege werden nicht hauptsächlich von Regierungen vom Zaun gebrochen.
Kriege werden geführt, weil kleine Gruppen wirtschaftliche Interessen verfolgen.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr läßt.
Lieber “Nazi-Wähler”, es gibt keine jüdische Weltverschwörung, es gab sie auch nie.
Es gibt Menschen mit sehr viel Geld, die noch mehr Geld wollen. Viele von denen kennen keine Skrupel, es ist ihnen egal, ob ihre Gier Opfer kostet.
Unter diesen Menschen sind auch Juden, keine Frage.
Vielleicht sind die sogar überrepräsentiert, weil schon seit dem Mittelalter Juden gedrängt wurden ins Geldgeschäft einzusteigen, das (vielleicht zu Recht) als unehrlich galt.
Triebfeder ist aber nicht die Abstammung, Triebfeder ist das Geld und das unterscheidet nicht zwischen Rassen, nicht zwischen Religionen und nicht zwischen Staatsangehörigkeiten.
Blogwart: * Bitte keine Diskussionen über den Holocaust und Opferzahlen.