Ausstellung zeigt Zerstörung Rostocks im April 1942
Das kulturhistorische Museum Rostock zeigt von April bis Juni eine Ausstellung zur Stadtgeschichte, die einen Bogen von der aufblühenden, pulsierenden Industriestadt der 1930er Jahre bis zur totalen Zerstörung durch alliierte Terrorbomber im Zweiten Weltkrieg spannt. Der besondere Fokus liegt aber auf dem großen, britischen Bombenangriff vom 23. – 27. April 1942.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten entwickelte sich Rostock endgültig zum industriellen und wirtschaftlichen Zentrum Mecklenburgs. Die Einwohnerzahl stieg auf über 120.000. Mehrere Rüstungsbetriebe siedelten sich an: u. a. die Heinkel- und Arado-Flugzeugwerke. In der Neptunwerft wurden ab 1941 U-Boote gebaut.
Die Ansammlung hochwertiger Rüstungsindustrie, aber auch die Konzentration von Menschen in diesem Raum machten die Hansestadt zum bevorzugten Ziel der britischen und amerikanischen Militärstrategen. Zwischen 1941 und 1945 wurden bei mehreren Angriffen fast 3.000 Tonnen Bomben über Rostock abgeworfen.
Ein Großteil richtete sich gegen die Zivilbevölkerung. Von 10.500 Wohnhäusern waren 2.600 zerstört und 6.700 beschädigt worden. Rund 40.000 Menschen waren obdachlos geworden. Das kulturhistorisch bedeutende Stadtzentrum wurde völlig in Schutt und Asche gelegt.

Als Exponat auf der Ausstellung zu sehen: „Brand der Petrikirche nach dem Bombenangriff auf Rostock am 27. April 1942“ | Ölgemälde von Erich Möller (1942)
In der Ausstellung werden die Zerstörungen durch rund hundert zeitgenössische Photographien festgehalten. Einige Photos aus Privatbesitz, die z. B. die Lange Straße nur wenige Stunden nach dem verheerenden Angriff zeigen, werden gar zum ersten Mal öffentlich präsentiert.
Weitere Exponate stellen plastisch die Kriegsschäden dar. So bekommt man geschmolzenes Kupfer vom Dach der Petrikirche oder auch alltägliche Kriegsgegenstände wie Gasmasken zu Gesicht. Auch an zeitgenössischer Presse aus dem Niederdeutschen Beobachter mangelt es nicht.
Museumsleiter Dr. Steffen Stuth erklärt, daß es sich eigentlich um die Fortsetzung einer Ausstellung handle, die auf Schwarzweiß-Photos Rostock in den 1920er und 30er Jahren zeigte. Er betonte aber, daß man sich jetzt nicht nur auf die vier Tage und Nächte des großen Bombenangriffs konzentriere, sondern dem gesamten Kriegsgeschehen und seiner Vorgeschichte widme.
Die unvermeidliche Staatspropaganda kommt natürlich auch nicht zu kurz, allerdings kann der geschichtskundige Besucher darüber gern hinwegsehen.
Die Ausstellung hat noch bis zum 10. Juni jeweils Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen:
Kulturhistorisches Museum Rostock, Klosterhof 7, 18055 Rostock (Tel. 0381-203590)





9. April 2012 um 10:54 Uhr
Zitat: “Die unvermeidliche Staatspropaganda kommt natürlich auch nicht zu kurz, allerdings kann der geschichtskundige Besucher darüber gern hinwegsehen.”
.
Na ich sehe nicht drüber hinweg, ich wundere mich immer nur, mit welcher Dreistigkeit überall der Mord an tausenden, zusammengefasst millionen, unschuldigen Zivilisten gerechtfertigt wird und noch als Rechtfertigung für weitere Massenmorde bis in die Gegenwart benutzt wird.
.
Nach der Devise: “Wir müssen das ja immer wieder machen, damit so etwas nie wieder geschieht!”.
.
Ich kenne dafür nur ein Wort: “Pervers!”
9. April 2012 um 13:19 Uhr
Als Kind habe ich im April 1942 die britischen Luftangriffe auf Rostock,
und im Juli 1943 die anglo-amerikanischen Luftangriffe auf Hamburg
miterleben müssen. Solche Erlebnisse wünschte ich jetzt nicht mal
den “Bomber Harris. do it again”-Schreiern. Obwohl . . .