Retroshare: Vernetzt euch!

Die Kommunikation über das Internet stellt mittlerweile einen wichtigen Faktor in der politischen Arbeit dar. Konnte man zu Anfangszeiten noch ohne Sicherheitsbedenken in diversen Foren drauf losschreiben und seiner Meinungsfreiheit frönen, ist man – einige Hacks, Anzeigen und Hausdurchsuchungen später – vorsichtiger geworden. Schmerzlich musste man feststellen, dass das Internet eben doch kein rechtsfreier Raum ist.

Das Problem in der Kommunikation liegt mittlerweile nicht nur in der Zentralität, sprich Abhängigkeit eines bestimmten Servers, sondern auch in der unverschlüsselten Übertragung und Speicherung der Daten. Grund genug, sich nach den neuesten technischen Möglichkeiten zu erkundigen.

So gibt es mittlerweile viele “anonyme Netze”, die die Kommunikation im Netz sicherer gestalten können. Tor ist so eine Lösung, die leider jedoch wenig praktikabel ist, denn die Bandbreite über Tor ist sehr gering, das Surfen also langsam und das Problem mit der Verschlüsselung über Tor besteht weiterhin. Tor ist eben nur ein Verschleierungsnetzwerk.

Andere Lösungen wie VPN-Verbindungen lösen wieder das Problem mit der Verschlüsselung, nicht jedoch das der Dezentralität und Speicherung sensibler Daten.

Man könnte natürlich mit der Kopplung mehrerer Technologien eine Lösung erarbeiten, diese ist jedoch zu kompliziert zu handhaben. Auch ein unbedarfter Anwender muss sicher kommunizieren können, sonst birgt dieser Schwachpunkt neue Gefahren für die Gruppe als Ganzes. Es muss also eine Lösung aus einer Hand gefunden werden, mit der man dezentral und verschlüsselt kommunizieren kann.

Retroshare ist eine solche Lösung. Als dezentrales File-Sharing-Netzwerk gestartet, wurde das Programm ständig erweitert, sodass man es nun für die Gruppenarbeit im Netz sehr gut nutzen kann. Dabei lag der Fokus der Entwicklung von Anfang an auf der Sicherheit durch Verschleierung und Verschlüsselung.

Das Programm arbeitet mit starken Schlüsseln (GnuPG), die beim ersten Start erzeugt werden müssen. Anschließend müssen die Schlüssel – am besten offline mittels USB – ausgetauscht, in das Programm integriert und als vertrauenswürdig markiert werden. Der Nutzer kann bestimmen, ob die Kommunikation der Gruppe offen oder geschlossen stattfinden soll. Bei der offenen Kommunikation kann das Retroshare-Netz durch jeden Teilnehmer ständig mittels Schlüsselaustausch um neue Teilnehmer erweitert werden. Bei der geschlossenen Kommunikation redet der Client nur mit den vertrauenswürdig eingestuften Gegenstellen.

Mit Kommunikationspartnern können nun Dateien ausgetauscht, gechattet oder ein Text-Forum erstellt werden. In späteren Versionen soll noch die Unterstützung für Voice-over-IP – sprich Telefonfähigkeit – hinzugefügt werden. Einen Twitter-ähnlichen Service verspricht einer der Hauptentwickler, und Funktionen, die von sozialen Netzwerken her bekannt sind.

Auch ist die einfachere Erweiterbarkeit des Programmes durch Module vorgesehen, sodass es sicherlich noch andere Nutzungsmöglichkeiten geben wird. Das Programm steht für alle gängigen Betriebssysteme von Mac, Linux, BSD und Windows zur Verfügung.

Mit Retroshare entstehen nun völlig neue Möglichkeiten, mit einer Gruppe von Leuten sicher vor Staat und Hackern zu kommunizieren. Nicht vergessen sollte man jedoch, dass die Verbindung immer noch von Anschluss zu Anschluss führt, der Staat also sehen kann, dass der Kontakt zwischen bestimmten Personen besteht. Um das zu verhindern, bietet sich zusätzlich die Nutzung eines normalen VPN-Service an. Alle Festplatten sollten zudem verschlüsselt sein, da sonst bei einer Hausdurchsuchung der Staat in den Besitz der Schlüssel kommen könnte.


 
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Ein Kommentar

  1. Ach kommt, machen wir uns nichts vor. Da können wir uns auf den Kopf stellen, Wenn die was wissen wollen. Zur Not nehmen die den Chaos Club zur Hilfe oder keine Ahnung. Die kommen überall rein, wenn die einen erstmal auf ihrer Liste haben. Ich habe viele Verschlüsselung versucht, aber naja glaubt mir, sie bekommen euch, auch wenn ihr euch sicher fühlt. Dieser Staat ist einfach nur Dreck geworden, nichts anderes. Auf offener Straße muss man Angst haben, vom Kanacken gleich nen Messer im Rücken zu haben usw… Hallo…. dafür bekommen die Bewährung. Was ist das bitte? Ach ja, wenn ihr wirklich weiter kommen wollt, solltet ihr manche Äusserungen denke ich aus eurem Sortiment nehmen. Sonst finde ich es gut, was ihr macht. Schöne Grüße Stefan

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