Grüne Böll-Stiftung veröffentlicht pseudo-wissenschaftliches Pamphlet
Sie leben in festen Gemeinschaften im Landkreis Rostock, in Ludwigslust, Nordwestmecklenburg, Ostvorpommern und selbst auf Rügen. Völkische Siedler erobern jene Regionen, die besonders stark vom Verfall und anhaltender Landflucht betroffen sind. Sie bringen Kinder mit, betreiben ökologische Landwirtschaft, arbeiten im Handwerk und im Baugewerbe. Sie engagieren sich in den Gemeinden vor Ort, pflegen Kultur und üben deutsches Brauchtum.
Eigentlich sollte sich jeder Bürgermeister glücklich schätzen über einen derartigen Zustrom an jungen, tatkräftigen Menschen. Schließlich bedeutet der Zuzug einer Familie, die selbst Arbeitsplätze schafft, immer einen Kontrapunkt zur allgemeinen Verödung und Vergreisung des ländlichen Raums.
Doch gewissen Kreisen sind diese Menschen ein Dorn im Auge. Der einzige Grund: sie bekennen sich zum deutschen Volkstum! Daher sehen sich diese – teilweise in der Tradition der völkischen Artamanen stehenden – Familien einer schier unglaublichen Hetze ausgesetzt.
Man verweigert ihnen das Mitspracherecht an den Schulen oder schließt sie per Dekret aus der Feuerwehr und Sportvereinen aus. Dieses Vorgehen ist längst Alltag im freiesten Staat, den es je auf deutschem Boden gegeben haben soll. Selbst ehrenamtliches Engagement gegen Gen-Technik, was einen Bio-Bauern zwangsläufig betrifft, wird mit einem medialen Rundumschlag beantwortet.
Nun wurden die Siedler sogar Gegenstand der Forschung. Die parteinahe grüne Heinrich-Böll-Stiftung veröffentlichte am Dienstag, 10. Januar, unterm Deckmäntelchen der Demokratie das Machwerk „Braune Ökologen“.
Auf 116 Seiten dürfen sich hier mehr oder minder linke bis linksextreme Journalisten und Politikwissenschaftler abarbeiten und über alles, was deutsch ist, herziehen. Mit an Bord sind Andreas Speit, Hubertus Buchstein u. a. Man fabuliert munter von „nationalistische[n] Brückenköpfe[n] in Ostdeutschland“, völkischen „Operationsbasen“ und zieht jegliches ehrenamtliche Engagement in den Dreck.
Beim Lesen der Broschüre gewinnt man bald den Eindruck, daß jede Karotte im heimischen Gemüsegarten auf dem direkten Weg nach Auschwitz führt. Immer wieder ist schließlich von einer rechtsextremen, menschenverachtenden Ideologie die Rede – Belege gleich Null. Daß diese Menschen jedoch einfach nur für sich leben wollen, kommt den Tintenklecksern nicht in den Sinn.
Die propagandistischen Methoden, die man zur Ausschmückung einsetzt, sind allerdings außerordentlich subtil und erinnern in einigen Punkten deutlich an vergangene Zeiten. Zur Illustration des Titelbildes wurden beispielsweise zwei braune Pilze verwandt, welche wohl die „braunen Ökologen“ versinnbildlichen sollen.

Propaganda damals und heute (links: "Der Giftpilz" von Ernst Hiemer, eine antisemitische Broschüre aus dem Stürmer-Verlag; rechts: Titelseite des Pamphlets "Braune Ökologen" der grünen Heinrich-Böll-Stiftung)
Der Rückgriff auf Pilze zur Darstellung mißliebiger Minderheiten hat jedoch durchaus Tradition. Schon der Stürmer-Verlag verwandte die Karikatur eines Giftpilzes, um wenig differenziert über Juden herzuziehen.
An der propagandistischen Machart hat sich also zwischen damals und heute nur wenig geändert. Obwohl man sich gern mit akademischen Titeln ziert, bleibt unterm Strich dennoch nur eine tumbe, pseudo-wissenschaftliche Agitation.
Und dennoch wird die Zahl der volkstreuen Siedler wohl weiter zunehmen. Schließlich verfügen diese – im Gegensatz zu landläufigen Demokraten – über ein hehres Ziel: das Leben in einer Gemeinschaft.
Die Broschüre kann hier kostenlos heruntergeladen werden.
siehe auch:
- Braune Bio-Bauern in MV (SVZ, 11.01.12)
- Braune Ökologen (Heinrich-Böll-Stiftung)





12. Januar 2012 um 22:28 Uhr
Na so neu ist dieser Schwachsinn ja nun auch wieder nicht….ich habe es gestern im NDR gehört und wollte meinen Ohren nicht trauen….und weil ich nur die Hälfte verstanden habe, bin ich mal googeln gegangen….also bereits im Frühjahr 2010 und ebenso im Frühjahr 2011 immer das selbe Thema….und wer dahinter steckt wird nur allzu deutlich…also, wer gegen Genfutter, Atomkraft usw. ist und dann auch noch Vegetarier und Nichtraucher, der ist schon fast wie Adolf Hitler…nein, das ist jetzt kein Witz, falls sich hier einer der Meinungsüberwacher auf den Schlips getreten fühlen sollte….hier die Links:
http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/produzieren-neonazis-bioessen-3412
http://www.effilee.de/magazin/erzaehltes_leben/wie-braun-ist-bio-14195
Also, ich würde sagen, da kann man sich echt nur noch an den Kopf fassen.
12. Januar 2012 um 23:29 Uhr
…dabei ist “tumbe, pseudowisenschaftliche Argumentation” doch eigtl. das Fachgebiet der Redakteure dieses (Des)informationsportals…
13. Januar 2012 um 11:56 Uhr
Die Demokraten bringen uns den Tod !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Und jetzt hetzen sie gegen Leute die ihren Boden lieben und Gemüse anbauen und die Ahnen ehren. Die werden gleich ausgegrenzt und das kann nicht sein. Die Tv-Scheiße sendet Neonazis sind Gesellschafter des Randes. Ist denn auch kein Wunder, wenn sie die Leute auch nur ausgrenzen -.-
13. Januar 2012 um 17:25 Uhr
So so, die “Grüne Böll-Siftung”! Sind die Leute bei oder von dem Verein
alle wirklich “Bio”? Der Grüne Knollenblätterpilz zum Beispiel ist ganz
bestimmt nicht “Bio”. In Mecklenburg-Vorpommern jedenfalls wird wohl
kein einheimischer richtiger Bio-Bauer (Deutscher) sowas anbauen und
als “Bio” verkaufen wollen. Also wird hier die “Grüne Böll-Stiftung” gar
nicht gebraucht, kann verschwinden.
13. Januar 2012 um 23:53 Uhr
@ aufmerksamer Beobachter
Aber gewiß doch, Herr Doktor Oberschlau. Immerhin ist es ja gut, daß wenigstens Sie so ausgezeichnet Bescheid wissen. Ohne Ihren hochwissenschaftlichen Beitrag würden wir fortan den dornigen Pfad der Erkenntnislosigkeit beschreiten. Sie sind die absolute Supernummer!
14. Januar 2012 um 14:55 Uhr
Ich bin selbst mit Leib und Seele Bauer und hab mir das Ding als PDF
runtergeladen. Es ist als Boshaftigkeit gemeint, doch nichts als lau-
warme Luft kommt raus.
Da fällt einem nur das Wort von der Deutschen Eiche und dem Schwein,
das sich scheuert, ein.
Und noch eins: “linke Bauern” gibt es sowieso nicht, doch jetzt gibt es
eben wieder völkische Bauern, das ist nämlich der Normalfall.
24. April 2012 um 15:39 Uhr
[...]
Blogwart: Groß- und Kleinschreibung.