Das Ungerechte an der “Gerechtigkeit”

Am 14. November soll das Urteil für den “Maskenmann” fallen. Der 40-jährige Pädagoge aus Hamburg legte ein Geständnis ab und gab zu, Stefan Jahr (13 Jahre), Dennis Rostel (9 Jahre) und Dennis Klein (8 Jahre) ermordet und etwa 40 weitere Kinder missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht von zwei weiteren Morden aus.

Gerade bei Verbrechen an Kindern ist immer wieder festzustellen, dass das Empfinden des Volkes gegenüber diesen Taten und den Tätern ungetrübt deutlich ist: Gerechtigkeitmuss heißen, das Übel an der Wurzel zu packen. Keine Nachsicht mit den Tätern! Aber das Strafgesetzbuch sieht hier “lebenslang” vor – das heißt nicht Verwahrung bis zum natürlichen Tod, sondern kann bedeuten, dass sich die Gefängnistore nach 15 Jahren wieder öffnen.

Das wird im Fall des Kindermörders Martin N. sicherlich nicht so sein – aber entscheidend ist nicht, ob er erst nach 20 oder 22 oder 25 Jahren wieder entlassen wird. Darauf kommt es nicht an – und das spüren die Menschen. Das Schwerwiegende ist eher, dass jeder weiß, dass sich in zwanzig Jahren diverse Fürsprecher für den Täter finden werden, dass sich dann Menschen finden werden, die sich für den vom Täter zum Opfer mutierten Kindermörder einsetzen werden, weil dieser so schwer in der langen Haft gelitten und die Tat lange bereut hätte.

Die Eltern der ermordeten Kinder werden dann alleine stehen – das Geschäft mit der öffentlichen Meinung ist in zwanzig Jahren mit ihnen nicht mehr zu machen; die grausam ermordeten Kinder sind dann längst verdrängt und vergessen. Wen interessieren die irgendwie alt aussehenden Bilder dieser Kinder dann noch? Das Geschäft der Journaille mit den Tätern verspricht da schon eher Profit – “Zwanzig Jahre Gefängnis – und täglich Schläge!” – oder “Jetzt exklusiv lesen: Die Biografie des Kindermörders!”.

Und genau das ist das Ungerechte an dieser “Gerechtigkeit” – das soll mit dem “kurzen Prozess”, mit der “Todesstrafe für Kindermörder” verhindert werden. Dass der Täter je wieder sein Haupt erhebt – denn er soll und muss vergessen werden können. Und auch die Gemeinschaft muss zukünftig vor solchen Triebtätern geschützt werden. Wir wissen alle, dass es für diese und ähnliche Taten keine Gerechtigkeit geben kann – denn die Kinder sind tot und das ist ungerecht. Das kann auch der Tod der Täter nicht mehr ändern.


 
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