(agg) Die Sonne strahlt durch das Zugfenster, meine Gedanken sind in die Zeitung in meinen Händen vertieft, mein Blick wandert über die Zeilen und verschlingt die Wörter, welche sich zu Sätzen aneinander reihen. Eine Sitzreihe hinter mir setzt sich eine junge Mutter mit ihrem Kind, wie auf Knopfdruck wird es lauter im Wagon, jedoch nicht störend, eben der gewohnte „Krach“, welchen Kinder mit sich bringen. Langsam setzt sich der Zug in Bewegung und gewinnt allmälig an Fahrt. Wie jeden Morgen geht es an verlassene Häuser vorbei. Irgendwann hat die „Bahn“ sie gebraucht, Angestellte gingen in ihnen einst ihrer täglichen Arbeit nach, heute liegen sie brach, der Witterung ausgesetzt, ihre Fenster sind mit Spanplatten verriegelt. Dort wo sie nicht verriegelt sind, sind die Scheiben zerbrochen, Graffiti ziert ihre Wände. Unbeirrt rollt der Zug über die Gleise, blühende Felder ziehen am Fenster vorbei, ab und an durchsetzt ein kleines Wäldchen die grüne Feldlandschaft.
Plötzlich zieht das kleine Mädchen meinen Blick auf sich. Wie jedes Kleinkind möchte sie ihre Umwelt entdecken und tapst auf wackligen Beinen den Gang zwischen den Sitzreihen entlang. Wie ein wühlender Dachs schnauft sie vor sich hin. Als sie mich sieht bleibt sie kurz stehen und mustert meine Mimik, ich werf ihr ein Lächeln entgegen, reflexartig setzt sich ebenso ein Lächeln auf ihr Gesicht. Sie holt tief Luft, fast so als würde sie seufzen, ´Ach Herrje, wie schwer sie es hat`, dann geht’s weiter den Gang entlang. Mein Blick widmet sich wieder der Zeitung. Als sie zurückkommt wandert mein Blick abermals zu ihr, schnurstracks tapselt sie auf den freien Viererplatz neben mir und klettert auf einen der Sitze. Mit ihren kleinen Händchen hält sie sich an der Kopflehne fest und schaut oben drüber die ältere Dame hinter dem Sitz an. Wieder grinst sie über beide Wangen, fast mach ich mir Sorgen dass sie vom Sitz fallen könnte, da steht auch schon die Mutter vor ihr: „Komm da runter! Du sollst nicht auf die Sitze klettern.“ Die Kleine wirft ihr lediglich ein Grinsen entgegen, scheint allerdings doch erahnt zu haben, was die Mutter von ihr wollte und setzt sich prompt auf die Sitzfläche. Etwas verschämt setzt sich die Mutter auf ihren Platz und lässt ihr Kind auf dem „Vierer“ neben mir sitzen. Schnell wird es der Kleinen zu langweilig und sie tapst erneut schnaufend den Gang hinunter. Kurz darauf kommt sie mit einem Bahnprospekt zurück und gibt es mit einem für sie alles sagenden: „Da! Da!“ ihrer Mutter.
Langsam rollt der Zug im Rostocker Hauptbahnhof ein, abgehackt halt es durch die Lautsprecher: „Nächster Halt, Rostock Hauptbahnhof. Sie haben Umsteigemöglichkeiten zum Nah- und Fernverkehr, sowie zum Stadt- und Regionalbus.“ Ein grelles: „Da!“ durchdringt den Wagon. Die staunenden Augen des kleinen Mädchens auf der Sitzreihe hinter mir, welches von der „Tante“ im Lautsprecher so überrascht wurde, kann ich nur erahnen. Wie drollig die Kleine doch ist, so aufgeweckt und putzig. Ihre tapsigen Schritte den Gang entlang, was es nicht alles zu entdecken gibt! Und doch bleibt ein bitterer Beigeschmack, eine Zecke die im Fell zwickt. Denn das Aussehen der Kleinen verrät auch ihre Herkunft. Sie ist dunkel, hat schwarze Haare und tiefbraune Augen. Ihre südländischgefärbte dunkle Haut lässt jeden Zweifel verschwinden. Die Gene des Vaters haben sich durchgesetzt! Dass, was man Früher Mischling nannte, heißt heute Migrationshintergrund. Während ich aufstehe werf ich einen Blick auf die Mutter, sie ist durchaus attraktiv und passt nicht so recht in das Bild der übergewichtigen „Ausländerfreundinnen“, welche auch in punkto „Aussehen“ von Mutter Natur vernachlässigt wurden. Jene Frauen also, welche mit Mühe und Not versuchen Schritt zu halten, während ihre südländischen „Gigolos“ drei Meter voraus laufen.
Während ich aus dem Zug steige pocht eine Frage immer wieder gegen meinen Verstand, sie hämmert förmlich auf meine Synapsen ein: „Was in alles in der Welt geschieht hier?“ Das kleine Mädchen mit der dunklen Haut und den schwarzen Haaren irrt durch meinen Kopf. Ist sie der Untergangsbote eines sterbenden Volkes? Eines Volkes, welches blind durch Konsum und Materialismus seinem Untergang entgegengeht? Gehört sie zu jenen Menschen, welche nach uns kommen? Welche heimatlos und entwurzelt jenes Fleckchen Erde für sich beanspruchen werden, welches wir Deutschland nennen?
Ohne Zweifel ist das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, was den Zuzug kultur- und artfremder Menschen und deren zwangsläufige Nebenerscheinungen angeht, eine der „wohlbehütetsten“ Regionen dieser Republik. Allerdings haben wir jenen Umstand weniger unseren „Volksvertretern“, als vielmehr unserer wirtschaftlich schwachen Lage, sowie dem fehlen großer Ballungszentren zu verdanken. So beträgt der Ausländeranteil in Mecklenburg-Vorpommern 2,3%, wobei hier keine „Passdeutschen“ sowie „Mischlinge“ eingerechnet wurden. Doch wie Otto von Bismarck schon einst sagte: „Wenn die Welt untergeht, gehe ich nach Mecklenburg. Denn dort geht sie 100 Jahre später unter.“ Und jene Prophezeiung könnte sich in den folgenden Jahrzehnten bewahrheiten. Zwar wird sich die Welt weiterdrehen, allerdings wird unsere Heimat wie wir sie kennen, so nicht mehr existieren. Ein biologischer Zersetzungsprozess ist in Gang gesetzt worden und das sterben unseres Volkes ist bei den derzeit herrschenden Verhältnissen eine mathematische Gewissheit.
Derzeit leben mehr als 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in der Bundesrepublik Deutschland. Prozentual gesehen entspricht dies 19,6% der Gesamtbevölkerung. Hinzu kommt die durch „Passdeutsche“ sowieso geschönte Geburtenrate von etwas mehr als 1,3 Kindern je Frau und die Tatsache, dass jene Menschen mit Migrationshintergrund im Schnitt deutlich jünger sind als die heimische Bevölkerung. So beträgt das Durchschnittsalter der „Migrationshintergründler“ 34,7 Jahre, dass der deutschen Bevölkerung allerdings 45,6 Jahre. Wer angesichts dieser Zahlen meint, unseren drohenden Volkstod als Schwarzmalerei abzutun, leidet entweder an Realitätsverlust oder völliger Verstandsblindheit.
Das kleine Mädchen, welches so unbeschwert durch den Zug getapst ist, ist garantiert die Letzte die an der herrschenden Situation Schuld ist. Nein, sie wurde lediglich in eine Zeit hineingeboren, welche sie durch ihre Mischherkunft selbst verkörpert. Eine Zeit, in welcher die ethnische Herkunft eines Menschen keine Bedeutung trägt. Eine Zeit, in welcher gewachsene Strukturen zertrümmert werden, in welcher Blut und Abstammung bedeutungslos am Boden liegen. Eine Zeit, in welcher auch die letzten ethnischen Schranken eingerissen werden um dem neuen, heimatlosen und entwurzelten Einheitsmenschen Platz zu machen. Doch wenn uns die Geschichte eines gelehrt hat, dann ist es folgendes: Zeiten ändern sich.





5. Juni 2011 um 13:10 Uhr
Schöner Text, joah, so einige fühlen sich hier noch viel zu geborgen und wiegen sich in “Sicherheit”, die Verhältnisse passen sich hier so langsam denen im Westen an, wobei natürlich als ersteres mit allem schlechten, auf gesamtdeutsche Gehälter kann man noch etwas länger drauf warten….